Whiskywelt Burg Scharfenstein

Whiskyblogger Malte von Dr(e)am of Sea über unseren Whisky

Whiskyblogger Malte von Dr(e)am of Sea über unseren Whisky

2. Juli 2018 • Under: Neues aus der NINE SPRINGS-Welt

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Der Whiskyblogger Malte von Dr(e)am of Sea hat kürzlich unseren THE NINE SPRINGS Single Malt aus dem Pineau des Charentes-Fass besprochen.

Hier Ausschnitte aus seiner Analyse:

 

Vom Bier zum Schloss

The Nine Springs ist die Whisky Serie der No.9 Spirituosenmanufaktur. Alle meine Besprechungen könnt Ihr unter diesem Link einsehen: Nine Springs. Bisher haben mir die abgefüllten Whiskys gut geschmeckt. Natürlich ist der Triple Cask mit seinen 3 Jahren noch etwas jung und ungestüm, aber das ist doch auch zu erwarten. Ich halte das ja auch keinem jungen Schotten vor.
Den bisher härtesten Test hat das Oloroso Einzelfass bestanden. Dieses hatte ich als Blindsample verschickt; Das Resultat war „wohl ein mindestens 15 Jahre alter schottischer Single Malt“. Den Vergleich müssen diese Deutschen also wohl nicht scheuen.

Das Line Up der Brennerei ist aktuell noch überschaubar, denn es sollen auch Vorräte zurückgelegt werden, die in Ruhe reifen dürfen. Wem der Triple Cask also „zu jung“ war, bietet sich irgendwann eine neue Gelegenheit auch älteren Whisky zu probieren. Neben dem Standard gibt es auch immer eine oder zwei Einzelfassabfüllungen. Dazu gehört auch der heutige Whisky: Er reifte in ehemaligen Pineau des Charentes Fässern und wurde in voller Fassstärke mit 57,9% abgefüllt. Pineau des Charentes ist ein Aperitif, welcher aus Traubenmost und Eau de vie de Cognac hergestellt wird. Sein Ursprung liegt in den Departements Charente und Charente-Maritime, wo er meist für den Eigengebrauch produziert wird. Selbst in Frankreich ist das Getränk recht unbekannt.
Auch in der Whiskywelt gibt es diese Reifung nicht häufig. Einen Teeling mit dieser Reifung hatte ich aber schon im Glas. Das Ergebnis war damals aber eher durchwachsen.

Das man es mit der Whiskyherstellung ernst meint, wird übrigens bald mehr als deutlich werden. Denn mitten in Deutschland entsteht mit der „Whiskyburg Scharfenstein“ ein wohl einzigartiges Whiskyerlebnis. Herstellung und Verkostung werden ab Spätsommer 2018 in absolut passendem Ambiente zelebriert werden. Ich bin wirklich sehr gespannt und werde bestimmt mal vorbei schauen. Einen (noch relativ leeren) Link zum Projekt ist dieser: http://www.whiskyburg-scharfenstein.de/

Während auf der Burg fleißig gebaut wird, werde ich mir jetzt den Pineau ins Glas füllen. Ich hoffe dabei, dass er etwas mehr zu bieten hat, als der Teeling!

 

Über den Whisky: Das Wichtigste in Kürze: Dieser Whisky reifte ausschließlich in Pineau des Charentes Fässern, es handelt sich also nicht um ein Finish. Abgefüllt wurde er „nach mehreren Jahren“ mit Fassstärke von 57,9%, da werde ich wohl etwas Wasser benötigen. Er kommt in einer schicken Flasche daher, die allerdings nur 0,5l Inhalt bietet.

Aroma: In der Nase zunächst erstaunlich zurückhaltend, der Alkohol kommt fast gar nicht raus, ich lasse ihm mal ein paar Sekunden zum öffnen.
Eine leichte Apfelnote kommt aus dem Glas. Pineau soll (ich habe es noch nie probiert) fruchtig, wie auch säuerlich sein, das passt hier ganz gut. Der Apfel liegt im Vordergrund und verbreitet fruchtige Säure, also eher ein grüner Apfel. Dazu weitere Süße, vor allem eine schöne Malzigkeit.

Geschmack: Erstaunlich weich. Fruchtig zum Anfang, ich habe – zu meiner Verwunderung – Ananas. Wo kommt die denn her? Dazu Apfel, fruchtig, süß und säuerlich. Das Pineaufass scheint also ganze Arbeit geleistet zu haben. Dazu kommt eine typische „Whiskynote“, leicht getreidig und malzig. Beim zweiten Schluck noch ein wenig voller, dabei trockener werdend. Etwas klingt die Eiche schon an.

Abgang: Bleibt lange im Mund. Der Alkohol kommt hier etwas stärker durch. Für mich ist das noch in Ordnung, aber man kann sehr gut auch ein paar Tropfen Wasser hinzugeben. Die Eiche wird stärker, der Whisky kleidet den gesamten Mundraum aus.

Abschließende Gedanken: Ich muss zugeben, dass ich diesen Whisky auf der Kieler Whiskymesse schon im Glas hatte. 100% überzeugen konnte er dort nicht. Vielleicht lag es an der hauseigenen Konkurrenz in Form des Peated Moscatel. Der ist auch schon ausverkauft, leider.

Bei der erneuten Verkostung konnte mich der Pineau mehr überzeugen. Die Fassreifung kommt gut durch, ist dabei voll und süß, dabei aber nicht zu stark vom Fass dominiert. Insgesamt also ein ausgewogener deutscher Single Malt, der sich nicht vor der schottischen Konkurrenz verstecken muss. Nur der Preis ist vielleicht (noch) etwas hoch.

Kategorie: Single Malt Whisky

Destille: The Nine Springs / No.9 Spirituosenmanufaktur

Region: Deutschland

Preis: 51-100€ (ca. 59€ / 0,5l)

57,9%

Kältefiltration: Nein

mit Farbstoff: Nein

gereift in: Pineau des Charentes Cask 

  

Mehr Informationen:

Whiskybase

No.9 Spirituosen Manufaktur

Nine Springs auf A Dr(e)am of Sea